Mrz-15-2009

Britisches Pfund

   

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Britisches Pfund

Bis zum 2. Weltkrieg war das britische Pfund die weltweite Referenzwährung. Auf Grund des enormen Einflusses des Britischen Imperiums gab es allein über 50 Währungen, die den Namen Pfund trugen. Beispiele sind das Südafrikanische Pfund, das Rhodesische Pfund, das Libysche Pfund und das Westindische Pfund. Die meisten dieser Währungen wurden im 19. Und 20. Jahrhundert durch andere ersetzt, viele blieben aber bestehen wie das Ägyptische und Libanesische Pfund.

Außerhalb von Großbritannien wird das Pfund noch im British Overseas Territory als Währung benutzt. Das sind Inseln wie die Falkland Inseln, die Bermudas, aber auch ein Teil der Antarktis und Gibraltar.
Die Herkunft des Wortes Pfund Sterling ist nicht ganz geklärt. Sie geht aber wahrscheinlich auf die Zeit zurück, als die Britischen Münzen, sogenannte Sterlings aus Silber hergestellt wurden. 240 Sterlings wiegen ein Pfund.

Das GBP wird sehr aktiv gegen Euro, Dollar und Yen gehandelt, aber wenig gegen andere Währungen. Besonders das Währungspaar GBPJPY war lange Zeit sehr attraktiv. Es handelte sich um einen carry trade, bei dem ein Anleger auch Geld verdient, ohne dass sich die Währungen bewegen. Noch vor ein paar Jahren lag der Leitzins in Großbritannien bei 6 Prozent, während der Japanische Leitzins 0 oder 0,5 Prozent betrug. Im Zuge der Finanzkrise wurde der Leitzins in Großbritannien allerdings kontinuierlich gesenkt und befindet sich zurzeit bei 0,5 Prozent, einem historischen Tiefstand.
Nach dem US Dollar, dem Euro und dem Yen ist das Pfund die am viert meisten gehandelte Währung der Welt und die drittwichtigste Reservewährung. Der Anteil an allen Währungsreserven beträgt dennoch nur 4,7 Prozent.

In einer 1940 unterzeichneten Einigung wurde der Wert des Pfund auf 4,03 Dollar fixiert. Dieses Verhältnis wurde auch im Bretton Woods System übernommen. Durch die starke wirtschaftliche Entwicklung des Dollar nach dem zweiten Weltkrieg musste das Pfund aber abgewertet werden, sodass er 1967 nur noch 2,40 Dollar wert war. Diese Entwicklung hat sich seit 1985 allerdings umgekehrt, nachdem das Pfund seinen historischen Tiefstand gegen den Dollar erreicht hat.

Im Januar 2009 ist das Pfund Sterling auf ein 23-Jahr-Tief gefallen, nachdem es bei 2.1161 seinen Höchststand seit Anfang der 80er Jahre erreicht hat. Ende 2008 hat das Pfund seinen historischen Tiefstand gegen den Euro erreicht.

Werfen sie einen Blick auf den Chart. Ein Euro war am 30. Dezember 0,98013 Pfund wert, d.h. es wurde fast die Parität zwischen den beiden Währungen erreicht. Im Vergleich dazu war Euro kurz nach seiner Einführung bloß 0,5680 Pfund wert. Es ist erstaunlich, wie stark der Euro (bzw. davor ein Korb aus Europäischen Währungen) gegen das Pfund gestiegen sind. Achten sie auch auf die Widerstands- und Unterstützungslinien. Gerade auf dem Monatschart sieht man welche Macht diese über viele Jahre aufgebauten Zonen besitzen. Nachdem die oberste rote Linie durchbrochen wurde, ist das Pfund unaufhaltsam gestiegen.

Das Pfund ist für ca. 10 Prozent aller Transaktionen am Devisenmarkt verantwortlich und würde, käme es zu einem Beitritt Großbritanniens in die Europäische Währungsunionen, den Dollar erheblich schwächen.

Erschienen unter ForexBlog

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