<>

Archiv für Januar, 2011

Jan-17-2011

Forex - Devisenmarkt

Währungen suchen die Richtung

Wie der Dax, so kann sich auch der Euro gegen den US-Dollar in jüngster Zeit nicht richtig entscheiden, wie es weitergehen soll. Das neue Jahr hat verhalten begonnen, und glaubt man den Auguren allerorten, könnte sich das Seitwärtsgeplänkel fortsetzen. Das ist bei den widersprüchlichen Nachrichten und der Verflechtung der Finanzmärkte auch kein Wunder. Die 2008er Finanzkrise scheint zwar überwunden, ein Crash ist nicht in Sicht (war er das jemals?), aber an stabile Trends mag wohl niemand so recht glauben. Dabei strebt der Dow Jones, allen Warnungen des US-Finanzministers Geithner vor einem Staatsbankrott zum Trotz, gleichmäßig und geradezu mustergültig nach oben.

Die Europäer sind mit der Diskussion über ihren Rettungsschirm für die PIIGs beschäftigt, was der Währung keinen Auftrieb gibt. Am heutigen Montag, dem 17.01.11, treffen sich die Finanzminister der Euro-Gruppe, einen Befreiungsschlag erwarten die Marktteilnehmer jedoch nicht. Zu groß sind die Differenzen zwischen Berlin und Brüssel über die Aufstockung der bereitzustellenden Mittel, als dass schnelle Einigung über die weitere Ausgestaltung des EFSF genannten Eurorettungsschirms erwartet werden kann. Zudem hatte der Eurodollar in der vergangenen Woche einen gewaltigen Satz nach oben gemacht und am Freitag, dem 14.01., kurz über die 1,34-Marke gelugt, was die Händler nun zu Gewinnmitnahmen veranlassen dürfte. Charttechnisch gesehen bewegt sich das Währungspaar in einer Range zwischen rund 1,30 bis rund 1,34. Die 1,30 wurden zwar im Januar - aufgrund schlechtester Nachrichten (Anleihenverluste europäischer Schuldenstaaten) - kurz unterschritten, aber kurz danach fing sich die Währung wieder, und nachdem Portugal in der vergangenen Woche erfolgreich eine neue Anleihe platzieren konnte, ist man offensichtlich zum Business as usual zurückgekehrt. Nach oben herrscht kaum Fantasie, aber Horrorszenarien, die den Euro in Richtung 1,20 und noch weiter zur Parität crashen sehen, sind vorläufig vom Tisch.

Eine umfangreichere Bewertung aus charttechnischer Sicht ergibt sich aus dem Vergleich mit anderen Währungspaaren. Das britische Pfund gegen den Dollar, von Forex-Tradern liebevoll Cable genannt, tänzelt nämlich ebenso seitwärts wie EUR/USD, und der FTSE sucht genauso die Richtung wie der Dax. Ein nämliches Bild beim US-Dollar gegen den Yen und dem Chartvergleich mit dem Nikkei. Die Ähnlichkeiten sind schon frappierend. Die Indizes, ob Nikkei, Dax, CAC-40, FTSE oder Ibex driften seitwärts, und die Währungen dieser Länder gegen den Dollar tun es ebenso, allein der Dow Jones strebt eindeutig nach oben. Amerika - die Lokomotive der westlichen Welt?
Das Bild entzieht sich einer finanzpolitischen Bewertung, eher vermutet man schlichte Marktpsychologie. Vielleicht wurde der Dollar zu lange geprügelt, vielleicht glauben die Marktakteure an Normalisierung, zumal aus der Wirtschaft eigentlich positive Signale kommen. Auf der Detroiter Autoshow beklagten Hersteller, mit den Lieferungen hinter den Bestellungen nicht mehr hinterher zu kommen, an der Wallstreet werden neue milliardenschwere Börsengänge wie der des social networks facebook angekündigt, die Fantasie ist zurückgekehrt, und ihr Hort ist Amerika. Und so pendeln auch Währungen wie der Eurodollar und der Cable genau in Höhe ihrer 2004er Niveaus, wo sie standen zwischen den beiden aus Amerika kommenden Crashs - dem 2000er der New Economie und der 2007er Subprimekrise. Dies könnte man als Hoffnung auf Normalität bezeichnen, und sie kommt aus Amerika.

Posted under ForexBlog
Jan-17-2011

Euro erreicht am Freitag Monatshoch

Nach einem schwachen Start am Montag hat sich der Euro am Freitag nach zwei Tagen von rasantem Kursanstieg zu einem Monatshoch gegenüber dem Dollar aufschwingen können.

Am vergangenen Montag verzeichnete der Euro den schwachsten Stand seit vier Monaten. Der Aufschwung ,der in dieser Woche stattfand, ist bemerkenswert. Der Euro schloss den Tag bei 1.3382 gegenüber dem Dollar und konnte konnte nicht nur bei der US Währung 6 Cents zulegen, sondern behauptete sich auch gegenüber anderen Währungen so wie dem Schweizer Franken, dem Yen und dem britischen Pfund. Gegenüber dem Schweizer Franken konnte der Euro sich zum ersten Mal seit vier Wochen bie 1,29 behaupten.

Mehrere Geschehnisse im Verlauf der Woche trugen zu dieser Erholung bei. Die Anleger Besorgnis um die gefährdeten Wirtschaften von Spanien , Portugal und Italien wurden dank gelungener Plazierungen von Staatsanleihen zum grössten Teil eingehemmt. Die Investoren kaufen Risiken, aber zu guten Preisen. Das neue Geld , dass sich die Länder in Schwierigkeiten auf dem Kapitalmarkt sichern konnten, kommt sie teurer zu stehen, als im November. Nach Angaben des spanischen Finanzministeriums wird die Staatsanleihe mit 4,542 % bezahlt, also in etwa einen Prozentpunkt über den im November angebotenen Anleihen. Italien präsentiert sich leicht stabiler als Spanien und zahlt für seine neuen Anleihen nur 3,67 Prozent.

In Anbetracht der Krisengefahr in diesen Ländern beläßt die Zentralbank den Leitzins auch weiterhin bei einem Prozent, trotz der leicht gestiegenen Inflation,um Kredite nicht noch mehr zu verteuern.

Die Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten hatten wenig Impuls auf die Entwicklung der Gemeinschaftswährung. Während sich die US Insustriedaten leicht positiv zeigten und Verbraucherpreise sich im vohergesagten Rahmen bewegten, fiel das Verbrauchervertrauen im Vergleich zum Vormonat und die Einzelhandelsumsätze zeigen sich deutlich unter der Erwartung.

Obwohl der Euro diesen Montag mit 1,3309 wieder etwas schwächer eröffnete, bleibt zu hoffen, dass sich hier nicht nur eine kurze Erholungspaue sondern eine Trendwende anzeigt. Die Gewinnmitnahmen vom frühen Montag lassen sich damit erklären, dass die Marktteilnehmer zu Vorsicht tendieren ,in Anbetracht der für diese Woche anberaumten Beratungen zur Diskussion einer möglichen Ausweitung des EU Rettungsschirms für die Euro Mitgliedsländer, die sich in Refinazierungskrise befinden. Die Experten geben an, dass der Rettungsschirm möglicherweise um 440Mrd Euro erweitert werden könnte. Eine andere Möglichkeit wäre , dass dieser ermächtigt wird, die Anleihen der Länder wie Italien, Spanien und Portugal aufzukaufen. Diese Verhalten würde zwar die europäische Zentralbank entlasten, aber es bleibt abzusehen, wie der Euro auf diese Maßnahmen reagieren wird.

Im Allgemeinen sagen die Experten voraus, dass der Schuldenberg in Europa uns die expansive Geldpolitik in den USA auch weiterhin die Haupt Faktoren für die Entwicklung der Devisenkurse in diesem Jahr sein werden. Konjunkturdaten und Wachstumsperspektiven werden erst dann wieder einen grösseren Einfluß auf die Wechselkurse haben, wenn der US Arbeitsmarkt stabilisiert werden kann und sich die Lage innerhalb des Euro-Raums in Bezug auf die krisenanfälligen Mitgliedsstaaten beruhigt.
Zu hoffen bleibt, dass während der Beratungen in dieser Woche einige politische Lösungen gefunden werden können, welche die Krisensituation der iberischen Länder wenigstens teilweise entschärfen.
Unter dieser Voraussetzung könnte der Euro seine stabile Stellung behaupten und noch weiter ausbauen.

Posted under ForexBlog
Jan-6-2011

Riskante Anlagewerte derzeit interessanter

Zunächst hatte es ja einen Aufschwung an den Aktienmärkten auf der Welt gegeben. Und doch hat der Kurs des Dollar etwas verloren, wenn der Vergleich zum Euro gezogen wird. Doch der Aufschwung trug dazu bei, dass jetzt der Reiz bei Investoren zu höheren Erträgen bei verschiedenen Anlagewerten da ist, die beim Dollar nicht unbedingt zu erwarten sind. Doch immer mehr spürbar ist eine Tendenz zum Optimismus, der sich an den Märkten ausweitet. Daher wird davon ausgegangen, dass der Dollar in geringem Maße auch weiterhin Tendenzen zum Abnehmen besitzt.

Eben diese Risikobereitschaft, die weiter zugenommen hat, hat bisher zum Sinken des Dollarkurses beigetragen. Es war am Montagmorgen, als zunächst leichte Gewinne verzeichnet werden konnten. Doch dann ist der Kurs vom Dollar am Montag gefallen, was im Vergleich zum Euro und zum Schweizer Franken deutlich wurde. Ursächlich dafür war das Vorliegen von amerikanischen Wirtschaftsdaten, die sich auf Denken der Händler positiv ausgewirkt haben. So fühlten sich diese dazu ermuntert, Anlagewerte auszuwählen, die deutlich höhere Erträge mit sich bringen. Geführt hat das dazu, dass bei Handelsschluss ein erneuter Fall des Dollar gegenüber dem Euro zu verzeichnen war. Der Dollar und der Euro, die oft gehandelt werden, standen bei 1,3360. Eine ähnliche Tendenz konnte beim Dollar in Verbindung zum Schweizer Franken festgestellt werden, deren Wert bei 1,5485 beim Handelsschluss lagen.

Veränderungen wurden auch beim ISM-Einkaufsmanagerindex vorhergesagt, die fast auf den Wert genau eintragen. Der Wert für das verarbeitende Gewerbe betrug dabei im Dezember 57,0, wobei 57,1 vorhergesagt worden waren. Damit setzt sich ein Trend in Form von Anstieg fort, der bereits in den letzten Monaten festgestellt werden konnte. Dadurch wird davon ausgegangen, dass die Wirtschaft in stärkerem Ausmaß wieder an Fahrt gewinnen könnte. Eine weitere positive Tendenz lässt sich an den Neubauten erkennen, für die die Ausgaben weiter angestiegen sind.
Am Montag wurden nun Wirtschaftsberichte herausgegeben, die zwar eine gewisse Aussagekraft besaßen und sich wiederum positiv auf die US Schatzanleihen auswirkten. Allerdings war die Aussagekraft nicht so stark, dass der US Dollar auch für die seltneren Teilnehmer am Markt interessant wurde. Von den guten Nachrichten und der dadurch gestiegenen Risikofreude profitierten am meisten die Aktien und das Rohöl.

Weitere wichtige Daten wurden für die USA in Zusammenhang mit dem Bericht erwartet, der am Dienstag Aufschluss über die Industrie-Auftragseingänge geben sollte. Sollten diese Daten ebenfalls eine positive Aussagekraft besitzen, so dürfte sich die Risikobereitschaft weiter erhöhen.
Besser ergeht es da dem Euro, der am Montag Kursgewinne verzeichnen konnte und damit besser als manch einer wichtigsten Partner. Doch derzeit wird diesen Gewinnen eine nicht so große Bedeutung beigemessen, da die mangelnde Fähigkeit zur Erschließung von Anleihemärkten hier ein Kritikpunkt ist.

Posted under ForexBlog

Lerne jetzt alles über Forex - Devisenmarkt