<>

Archiv für Mai, 2010

Mai-12-2010

Forex und Griechenland. Wie wird man Millionär?

Jeder, der sich etwas eingehender mit den Themen Börse und Finanzen beschäftigt, ist ihnen schon einmal begegnet, zumindest auf dem Papier – den Spekulanten. In der Regel genießen sie einen zweifelhaften Ruf, sind kaum greifbar und verursachen ein beunruhigendes Gefühl in der Magengegend. Doch was tun Spekulanten konkret?

Spekulanten wetten darauf, dass die Wirtschaft oder die Währung eines Landes abstürzt. Aus diesen Wetten ziehen sie Gewinn. So spielen Spekulanten auch in der jüngsten Affäre um den hoch verschuldeten Euro-Staat Griechenland eine gewichtige Rolle. Sie gelten als bedrohlich auf der einen Seite, als äußerst mächtig auf der anderen Seite. Schnell hat man das Bild vor Augen, das den Spekulanten üblicherweise umgibt – fallende Euro-Kurse, rasant steigende Zinskurven für Staatsschulden und in der Mitte des Chaos den Spekulanten, der Politiker sowie Griechenlands Staatsverschuldung und den Euro wahlweise in schwindelerregende Höhen oder tief in den Keller treibt.

Um die eskalierende Situation unter Kontrolle zu bekommen, hat die EU ein Rettungspaket mit gigantischen Ausmaßen beschlossen. Zusammen mit dem IWF soll ein Kreditrahmen von etwa 750 Milliarden Euro für Mitgliedstaaten bereitgestellt werden, die kurz vor dem Staatsbankrott stehen. Politiker beurteilen dieses Paket als nötig, um Attacken gegen die gemeinsame Währung Euro abzuwenden. Aber was steckt hinter dem Spekulationsmarkt?

Nach üblichen Definitionen ist ein Spekulant ein Mensch, der darauf wettet, dass zukünftig ein bestimmtes Ereignis eintritt. Dies kann eine Preisveränderung auf den Finanzmärkten sein oder eben auch der Zusammenbruch einer Währung. Aus der Wette schlägt ein Spekulant enormen Profit. Im Grunde tut jeder Anleger mit der Investition in Aktien oder Fonds genau dasselbe – er wettet auf Kurssteigerungen seiner Papiere.

So kann eine Fonds beispielsweise in griechische Staatsanleihen investieren oder in Kreditausfallversicherungen auf griechische Staatsanleihen. Der Markt der Kreditausfallversicherungen ist gigantisch und nimmt zahlenmäßig einen Umfang an, der die Vorstellungskraft von Otto Normalverbraucher schlicht übersteigt. Allerdings zeigen öffentlich zugängliche Daten auch, dass der Handel mit Kreditversicherungen auf griechische Staatsanleihen in den letzten Monaten zwar zugenommen hat, dass aber von exorbitanten Spekulationen keine Rede sein kann. Diese Meinung wird auch von Experten der einschlägigen Universitäten in Deutschland bestätigt. Zwar wird es immer Spekulanten geben, die auf eine Pleite Griechenlands wetten, aber andere werden immer auch eine Gegenposition dazu einnehmen, in der Erwartung, dass der Markt eben nicht zusammen bricht. Entsprechend sind die Preise für Kreditausfallversicherungen und Zinsen auf griechische Staatsanleihen auch nicht durch Spekulationen in die Höhe getrieben worden, sondern durch die Politik und das zögerliche Krisenmanagement. So haben die allgemeinen Zweifel an der Wirksamkeit der griechischen Sparmaßnahmen, das unentschlossene Krisenmanagement der EU und die Streiks in Athen weit mehr dazu beigetragen als die Spekulationen.

Diese Einschätzung wird auch von der Bundesaufsichtsbehörde der Finanzwirtschaft, der BaFin, geteilt. Allerdings treiben Spekulationen an anderer Stelle ihr Unwesen – sie spekulieren auf den Zusammenbruch des Euro-Wechselkurses. An dieser Stelle kommt ein sehr interessantes Gebiet der Finanzwirtschaft ins Spiel, der Foreign Exchange Market, kurz Forex genannt. Unter Forex versteht man den Devisenhandel, also der An- und Verkauf von Devisen, um daraus Kapital zu schlagen. Beim Forex kauft man demnach Fremdwährungen auf und verkauft sie wieder, die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist der Gewinn.

Ganz brisant wird es, wenn die großen Key Player wie ganze Hedgefonds auf fallende Devisenkurse wetten. So soll es beispielsweise im Zusammenhang mit dem Euro passiert sein. Die Summen, mit denen hier im Forex gehandelt wird, übersteigen einmal mehr das normale Fassungsvermögen des Durchschnittsbürgers.
Aber auch an dem Euro-Absturz sind nicht nur Spekulanten und der Forex schuld. Nach der Lehmann-Pleite haben sich viele Zentralbanken massiv mit dem Euro versorgt, galt er doch als äußerst sichere Währung. Staatliche Notenbanken nehmen haben weit größeren Einfluss auf Wechselkurse als Hedgefonds.

Posted under ForexBlog

Lerne jetzt alles über Forex und Griechenland. Wie wird man Millionär?